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Welche Linux Betriebssysteme haben „Sudo“? Welche nicht?

Toni Bernd Schlack
📅 07/03/2023  ·  ⏱️ 4 Min. Lesezeit  ·  💬 0 Kommentare

🐧 Welche Linux-Betriebssysteme haben sudo – und welche nicht?

Der Befehl sudo (kurz für „superuser do“) ist ein unverzichtbares Werkzeug in der Linux-Welt. Er ermöglicht es Nutzern, Programme mit den Rechten eines anderen Benutzers, meist des Superusers (Root), auszuführen. Doch nicht alle Linux-Distributionen installieren sudo standardmäßig. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick darauf, welche Distributionen sudo standardmäßig enthalten und welche nicht.


✅ Standardmäßig mit sudo ausgelieferte Distributionen

Einige der bekanntesten Linux-Distributionen installieren sudo bereits während der Installation oder setzen es als Standardwerkzeug für Systemadministratoren ein:

🐧 Ubuntu

Ubuntu ist eine der beliebtesten Linux-Distributionen und setzt sudo standardmäßig ein. Der Root-Account ist deaktiviert, und alle administrativen Aufgaben werden über sudo durchgeführt. Der während der Installation erstellte Benutzer ist automatisch Mitglied der sudo-Gruppe und hat somit die nötigen Rechte.

🐧 Linux Mint

Linux Mint basiert auf Ubuntu und übernimmt dessen Standardpraktiken. Auch hier ist sudo vorinstalliert, und der Benutzer hat standardmäßig die nötigen Rechte.

🐧 Fedora

Fedora, eine Community-Distribution, die von Red Hat unterstützt wird, verwendet ebenfalls sudo als Standardwerkzeug. Der Root-Account ist deaktiviert, und administrative Aufgaben werden über sudo erledigt.

🐧 Manjaro

Manjaro, basierend auf Arch Linux, installiert sudo standardmäßig und konfiguriert es so, dass der Benutzer während der Installation die nötigen Rechte erhält.


❌ Distributionen ohne sudo als Standard

Einige Distributionen verzichten bewusst auf die Installation von sudo oder bieten es optional an:

🐧 Debian

Debian, eine der ältesten und stabilsten Distributionen, installiert sudo nicht standardmäßig. Stattdessen wird der Root-Account aktiviert, und administrative Aufgaben werden direkt als Root-Benutzer durchgeführt. Nutzer müssen sudo manuell installieren, wenn sie es bevorzugen. Mehr Infos

🐧 Arch Linux

Arch Linux folgt dem Prinzip „Do It Yourself“ und installiert sudo nicht automatisch. Nutzer müssen sudo manuell installieren und konfigurieren.

🐧 Alpine Linux

Alpine Linux ist eine leichtgewichtige Distribution, die häufig in Containern verwendet wird. sudo ist nicht vorinstalliert, da die Distribution auf minimale Größe und Einfachheit setzt. Nutzer können es jedoch nach Bedarf installieren.


🔧 Wie installiere ich sudo manuell?

Wenn du eine Distribution verwendest, die sudo nicht standardmäßig installiert, kannst du es manuell nachrüsten:

  1. Wechsle zum Root-Benutzer:
    su
  2. Installiere sudo:
    • Für Debian/Ubuntu-basierte Systeme:
      apt update
      apt install sudo
    • Für Arch Linux:
      pacman -S sudo
  3. Füge deinen Benutzer zur sudo-Gruppe hinzu:
    • Debian/Ubuntu:
      usermod -aG sudo deinBenutzername
    • Arch Linux:
      usermod -aG wheel deinBenutzername
  4. Überprüfe die Konfiguration:
    visudo
    Achte darauf, dass die Zeile für die sudo-Gruppe (z.B. %sudo ALL=(ALL) ALL) nicht auskommentiert ist.

⚠️ Kritische Sicherheitslücke in sudo

Im Juni 2023 wurde eine kritische Sicherheitslücke in sudo entdeckt, die es Angreifern ermöglicht, Root-Rechte zu erlangen. Betroffen sind alle sudo-Versionen ab 1.9.14. Durch diese Schwachstelle kann ein lokaler Nutzer, der sudo verwendet, potenziell Root-Zugriff erlangen, ohne das Root-Passwort zu kennen.

Was du tun solltest:

  • Unbedingt auf die neueste Version von sudo aktualisieren.
  • Alle Systeme überprüfen, die sudo nutzen, insbesondere Server und Workstations.
  • Regelmäßig Sicherheitsupdates einspielen.

Weitere Informationen findest du auf Golem.de.


📊 Übersicht: sudo in verschiedenen Distributionen

Distribution sudo vorinstalliert Root-Account aktiviert Standardgruppe für sudo
Ubuntu ✅ Ja ❌ Nein sudo
Linux Mint ✅ Ja ❌ Nein sudo
Fedora ✅ Ja ❌ Nein wheel
Manjaro ✅ Ja ❌ Nein sudo
Debian ❌ Nein ✅ Ja
Arch Linux ❌ Nein ✅ Ja
Alpine Linux ❌ Nein ✅ Ja

💬 Fazit

Die Entscheidung, ob sudo standardmäßig installiert wird, hängt von der Philosophie der jeweiligen Linux-Distribution ab. Distributionen wie Ubuntu und Fedora setzen auf Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit durch die Verwendung von sudo. Andere, wie Debian und Arch Linux, bieten mehr Kontrolle und Flexibilität, indem sie den Root-Account aktivieren und sudo optional machen. Es liegt an dir, basierend auf deinen Bedürfnissen und Vorlieben, die passende Distribution auszuwählen.

✍️ Über den Autor

Toni Bernd Schlack
927 Beiträge

Toni Bernd Schlack

Toni Schlack ist ein Fachinformatiker für Systemintegration (IHK), Multimediaentwickler und Autor. Auf seiner Website bietet er einen Blog mit Artikeln zu Themen wie Digitalisierung, Cloud und IT. Er betreibt auch einen Online-Shop, in dem er eine Kollektion hochwertiger Messer, darunter Küchenmesser, Jagdmesser und Taschenmesser, anbietet. Toni Schlack setzt auf hochwertige Materialien und präzise Handwerkskunst. Mehr über seine Arbeiten und Produkte erfahren Sie auf seiner Webseite: Toni Schlack.

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